Policy Brief: 8 Milliarden Euro Mehreinnahmen durch Alkoholbesteuerung

Seit Jahrzehnten ist bei alkoholischen Getränken keine Anpassung der Besteuerung erfolgt, die inflationsbereinigten Steuereinnahmen aus dem Verkauf alkoholischer Getränke sinken derzeit. In einem jetzt veröffentlichten Policy Brief beschreiben Dr. Jakob Manthey und Dr. Carolin Kilian, Mitglieder des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS), die zu erwartenden Auswirkungen von zwei unterschiedlichen Steuerszenarien auf Alkoholkonsum, Steuereinnahmen und Krankheitslast. Steuerszenario 1 (Vorschlag der FinanzKommission Gesundheit) empfiehlt die Anhebung der Steuern auf Spirituosen. Ein alternatives Steuerszenario 2 geht von einer schrittweisen Anhebung der Steuern auf Bier und Wein aus. Das Fazit: Durch eine moderate Anhebung der Bier- und Weinsteuern können die Steuereinnahmen binnen drei Jahren um etwa 8 Milliarden Euro gesteigert werden – deutlich geringere Mehreinnahmen wären durch die Erhöhung der Steuern auf Spirituosen zu erwarten. In beiden Szenarien wäre zudem mit einem leichten Rückgang des Alkoholkonsums und der dadurch bedingten Todesfälle zu rechnen. Das Papier ist zu finden unter https://www.zis-hamburg.de/wp-content/uploads/2026/06/Policy_Brief_Alkoholbesteuerung_Juli2026.pdf.

Quelle: Website der DHS, https://www.dhs.de/, 01.07.2026