Aktuell sind zwei Berichte über Konsum und Verfügbarkeit von psychoaktiven Substanzen, insbesondere neuen synthetischen Opioiden, erschienen.
NEWS-Update
Seit Juni steht das neueste Update des „National Early Warning System: Bundesweites Frühwarnsystem zu Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver Substanzen und Medikamentenmissbrauch“ unter folgendem Link zum Download bereit: https://mindzone.info/wp-content/uploads/2026/06/news_update_2026_02.pdf
Das NEWS-Update liefert Informationen über Veränderungen, die Fachleute und Konsument:innen bei folgenden Substanzen wahrgenommen haben: NPS, Medikamente (Opioide, Benzodiazepine, Pregabalin), Kratom und Kratomprodukte, THC, Kokain, Crack, Ketamin, Amphetamin, MDMA und Metamphetamin.
Die Daten stammen aus:
- einer Fragebogenerhebung unter Expert:innen,
- Fokusgruppeninterviews mit Kolleg:innen aus neueren niedrigschwelligen Einrichtungen sowie der Strafverfolgung,
- Forenanalysen
- und Daten aus Routinetestungen von zwei großen klinisch-toxikologischen Laboren.
Seit dem 01.07.2026 ist das National Early Warning System in die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht integriert und hat den Status eines Pilotprojekts verlassen. So werden Langzeitmonitoring und kurzfristige Warnung in einem integrierten System umgesetzt.
EUDA-Bericht zur Risikobewertung
Im Juli hat die EUDA – Drogenagentur der Europäischen Union die deutschsprachige Fassung ihrer Risikobewertung hochpotenter synthetischer Opioide in Europa veröffentlicht. Der Bericht steht unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.euda.europa.eu/publications/threat-assessment/assessment-threat-posed-highly-potent-synthetic-opioids-europe_en
Diese Risikobewertung untersucht, wie sich hochpotente synthetische Opioide (HPSO) in den nächsten zwei Jahren auf Europa auswirken könnten und was dies für die Krisenvorsorge bedeutet. Besonders besorgniserregend sind der Handel und Verkauf von HPSO-haltigen Produkten, die als reguläre Medikamente – wie etwa gefälschte Tabletten – oder andere Drogen auf den Markt kommen, da dies dazu führen kann, dass Menschen gefährdet werden können, die gar nicht die Absicht haben, Opioide zu konsumieren. Bezogen auf zwei verschiedene Szenarien stellt der Bericht Vorsorgemaßnahmen und Handlungsoptionen für die Mitgliedstaaten und zuständigen Behörden vor.
Quellen: Mitteilung des NEWS-Teams, 30.6.2026; Newsletter Drugnet Europe: July 2026, 30.7.2026


