Einschränkung von Angeboten für die Klientel, Mittelrückgang für Ausstattung bzw. Sachmittel, unbesetzte Stellen von Mitarbeitenden aufgrund der finanziellen Situation der Einrichtung – das ist keine pessimistische Zukunftsvision, sondern die reale Situation von Suchtberatungsstellen im Jahr 2026. Dies belegt eine Umfrage der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die 1.336 Einrichtungen, die das Angebot der ambulanten Sucht- und Drogenberatung vorhalten und im DHS Suchthilfeverzeichnis aufgeführt sind, per E-Mail angeschrieben hat. 455 Fragebögen konnten ausgewertet werden.
Ergebnis ist, dass für das Jahr 2026 die Finanzierung der Suchtberatung bei 76,9 % der Rückmeldenden nicht kostendeckend bzw. noch nicht abschließend geklärt ist (2024: 77,1 %). Nur 12,7 % gehen von einer gesicherten Finanzierung aus (2024: 15,2 %). Beratungsbedarfe und Fallkomplexität steigen, während Fachkräfte fehlen und Budgets vielfach nicht an steigende Personal- und Sachkosten angepasst werden. Dies führt bereits zu verkürzten Öffnungs- und Sprechzeiten sowie Schließungen von Beratungsstellen und damit zu zunehmenden Versorgungslücken.
Diese Ergebnisse machen deutlich, dass die Finanzierungskrise der Suchtberatung längst über die Ebene einzelner Einrichtungen hinausgeht. Die bereits sichtbaren Einschränkungen der Angebote gefährden zunehmend die Versorgung von Menschen mit Suchterkrankungen, ihrer Angehörigen und des sozialen Umfelds.
Vor diesem Hintergrund fordert die DHS eine verlässliche und auskömmliche strukturelle Finanzierung der Suchtberatung als notwendige Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Versorgung, soziale Teilhabe und die Vermeidung langfristiger Folgekosten.
Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.
Quelle: Website der DHS, 28.9.2026
