Einfach mal reden – Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit

Die Ergebnisse des Projekts sind in der Broschüre „Einfach mal reden – Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit“ nachzulesen.

Einsamkeit im Alter stellt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Mit dem Evaluationsprojekt ReWiSil untersuchte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA), inwieweit die bundesweite Silbernetz-Hotline, das Kernangebot von Silbernetz e. V., ältere Menschen mit Einsamkeitsgefühlen erreicht und welche Wirkungen bereits ein erstes Gespräch entfalten kann. Das Projekt wurde im Rahmen der Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Die Studie basiert auf einem Prä-Post-Design mit 208 Personen, die erstmals die Silbernetz-Hotline nutzten. Die Teilnehmenden wurden kurz nach ihrem ersten Anruf sowie erneut nach etwa drei Monaten befragt. Analysiert wurden verschiedene Merkmale der erreichten Zielgruppe sowie Veränderungen in den Bereichen Einsamkeit, soziale Ressourcen und Erwartungen ans eigene Älterwerden (Altersselbstbilder).

Die Ergebnisse zeigen, dass die Silbernetz-Hotline insbesondere Menschen erreicht, die hinsichtlich ihrer sozialen Einbindung stark belastet sind: Im Mittel verfügen die Erstanrufenden über geringere soziale Unterstützung, sie fühlen sich eher ausgeschlossen von der Gesellschaft und erleben ausgeprägtere emotionale und soziale Einsamkeit als ein Großteil der gleichaltrigen Bevölkerung. Auch die Erwartungen ans Älterwerden fallen bei den Erstanrufenden im Mittel deutlich pessimistischer aus als bei der Mehrheit der gleichaltrigen Bevölkerung.

Weiterhin zeigt sich, dass bereits ein erstes Gespräch mit den Mitarbeitenden der Silbernetz-Hotline mit messbaren – wenn auch kleinen – Verbesserungen einhergeht: Emotionale und soziale Einsamkeit nehmen ab, die wahrgenommene soziale Unterstützung steigt und negative Erwartungen an das eigene Älterwerden werden abgeschwächt. Die Befunde legen nahe, dass niedrigschwellige, anonyme Gesprächsangebote wichtige erste Impulse zur Linderung von Einsamkeit setzen und als Türöffner für weiterführende Unterstützungsangebote wirken können.

Bundesfamilienministerin Karin Prien: „Einfach mal reden kann für einsame Menschen einen großen Unterschied machen. Die Studienergebnisse belegen eindrücklich, wie wirksam vermeintlich kleine Gesten gegen Einsamkeit sein können. Sie ermutigen uns alle aufmerksam zu sein und hinzuschauen in unserem Umfeld. Ich danke dem Deutschen Zentrum für Altersfragen und dem Silbernetz e. V. für dieses wertvolle Projekt. Mit der Evaluation stärken wir das Wissen über die Wirksamkeit von Angeboten gegen Einsamkeit. Mit der Allianz gegen Einsamkeit wollen wir helfen, solche Erkenntnisse zu sammeln, um Einsamkeit ganz konkret zu bekämpfen.“

Dr. Oliver Huxhold (Deutsches Zentrum für Altersfragen): „Unsere Ergebnisse zeigen, wie wertvoll anonyme und niedrigschwellige Gesprächsangebote wie Silbernetz gerade für sozial stark belastete Menschen sein können. Dass bereits kurze Gespräche von etwa 20 Minuten spürbar entlasten können, ist besonders bemerkenswert. Zugleich sehen wir die Silbernetz-Hotline nicht nur als unmittelbare Unterstützung, sondern auch als möglichen Türöffner für weitergehende Hilfen.“

Originalpublikation:
Deutsches Zentrum für Altersfragen (Hrsg.) (2026). Einfach mal reden – Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit.
Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/nfbv-gz74

Quellen: Website und Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Altersfragen, 23.6.2026